Alf Lechner

Vertikal – Horizontal, 1998, Walzstahl, Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 1998; Geschenk des Künstlers anlässlich des 60. Geburtstags von Manfred Fath; © Alf Lechner, Kunsthalle Mannheim

Lebt und arbeitet in Obereichstätt

1925 geboren in München
1940 – 1959 Schüler des Landschaftsmalers Alf Bachmann
1973 Arbeitsstipendium des Kulturkreises im BDI
1974 Kunstpreis der Akademie der Künste, Berlin
1995 Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste
2000 Eröffnung des Alf Lechner Museums in Ingolstadt . Friedrich Baur Preis

„Die Skulptur, übernimmt die Flusslaufrichtungen von Rhein und Neckar. Der vertikale, aufstrebende Teil steht parallel zum Flusslauf des Rheins, der horizontale, oben liegende Teil liegt in der Richtung des Flusslaufs Neckar, der maßgebend ist für den Rechteckraster, in dem die Stadt geordnet ist“ ( Alf Lechner 1998).

Die definitive topographische Stellungnahme Alf Lechners zu seiner Mannheimer Skulptur Vertikal – Horizontal ist ebenso schlüssig und endgültig wie deren geordnete und geometrische Erscheinungsweise auf dem ersten Blick erscheint. Die Basis und der horizontale Abschluss der Raumskulptur bilden ein Kreuz, dem als Zwischenkörper – oder vertikales Rückgrat – eine Rechteckform diagonal eingestellt wird. Beim Umgehen der Skulptur verliert sich der erste momentane Eindruck der Einfachheit: Das labile Gleichgewicht zwischen der aufliegenden Form, die außerhalb der Mitte der vertikalen Stütze gerückt ist, wird in dem lastenden Gewicht der massiven, angerosteten Walzstahlplatten deutlich.

Der Bezug zum menschlichen Körpermaß ist als Orientierungspunkt für das bildhauerische Schaffen von Alf Lechner von Bedeutung, weil es ihm um die „Dichte“ der ästhetischen Wirkung von Masse und Raum geht, jenseits einer nur monumentalen Ausstrahlung. Die komplexe Seharbeit des Betrachters und seine denkende Auseinandersetzung weisen über das Kunstwerk hinaus.

RL