Nasan Tur

Between - Die Kunsthalle Mannheim I, 2003, C-Print auf Alu-Dibond, Plexiglas; 6-teilige Serie; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2003; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Between - Die Kunsthalle Mannheim II, 2003, C-Print auf Alu-Dibond, Plexiglas; 6-teilige Serie; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2003; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Between - Die Kunsthalle Mannheim III, 2003, C-Print auf Alu-Dibond, Plexiglas; 6-teilige Serie; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2003; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Between - Die Kunsthalle Mannheim IV, 2003, C-Print auf Alu-Dibond, Plexiglas; 6-teilige Serie; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2003; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Between - Die Kunsthalle Mannheim V, 2003, C-Print auf Alu-Dibond, Plexiglas; 6-teilige Serie; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2003; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Between - Die Kunsthalle Mannheim VI, 2003, C-Print auf Alu-Dibond, Plexiglas; 6-teilige Serie; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2003; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

1974 geboren in Offenbach
Lebt und arbeitet in Berlin

1995 - 2003 Studium an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach
2000 - 2003 Staatliche Hochschule für Bildende Künste,  Städelschule, Frankfurt am Main

Lehrtätigkeit

2007 Universite de Picardie Jules Verne, Amiens Central Saint Martins College of Art & Design, London
2008 NABA - Accademia di Belle Arti Milano
2009 Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
2010 Hochschule für Künste Bremen
        Kunsthochschule Berlin Weissensee
        Hochschule für Gestaltung HFG-Offenbach
2011 Kunsthochschule Berlin Weissensee
        Kunsthochschule Kassel
2012 Hochschule für Gestaltung HFG-Offenbach
2014 Stipendiat der Villa Massimo, Rom

1974 geboren in Offenbach, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und London, Großbritannien Studium an der Hochschule für Gestaltung, Offenbach und an der Städelschule, Frankfurt am Main

Bereits zum 2. Mal stellt Nasan Tur in diesem Jahr im „Bunker“ der Kunsthalle Mannheim aus - zuletzt im Rahmen des H.W. & J. Hector Kunstpreises, für den er dort mit diversen Gebrauchsgegenständen ausgestattete „Rücksäcke“ dem Museumsbesucher zum Gebrauch zur Verfügung stellte („Backpacks“, 2006) oder Solarium-Leuchtstoffröhren an die Decke eines Raumes montierte („Invisible“, 2004). Unabhängig davon, in welchem Medium Tur arbeitet, ob mit Fotografie, Video oder Installation, immer geht es ihm um Situationen, Handlungen, Reaktionen und Interaktionen, die gesellschaftliche, soziale, individuelle Strukturen untersuchen. Die Auseinandersetzung mit dem „Sein“, der An- oder Abwesenheit von Personen in Raum und Zeit ist charakteristisch für seine Arbeiten im allgemeinen und im besonderen für die 6teilige Fotoserie, die speziell in der und für die Kunsthalle entstand.


Zur Zeit der Umbauphase für die erste Ausstellungsreihe „Neue Kunsthalle“ hatte Tur ein Museum vorgefunden, dessen spezifischer Zweck und seine Funktion nicht mehr nachzuvollziehen war: leere, weiße Wände, kahle Decken und Böden - Räume ohne Kunst. Der Kontext ist anhand der Fotografien nur unter Kenntnis des Ortes und seiner räumlichen Strukturen zu identifizieren, ist er doch seinen wesentlichen Merkmalen, der Kunstgegenstände beraubt und strahlt selbst für Vertraute eine irrationale, befremdliche Stimmung aus. Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird auf architektonische Begebenheiten, nebensächliche Details, Größe, Licht, Farben, gelenkt - Elemente, die letztlich wenig Präsenz in der alltäglichen Wahrnehmung der Besucher haben. Der Charakter der Serie oszilliert jedoch zwischen Architekturdokumentation und Porträtfotografie, fokussiert der Blick zugleich die individuelle Gestalt von Personen, des Bewachungspersonals. Die Anwesenheit der in einem entleerten Museum anwesenden Aufsichten scheint ad absurdum geführt, denn was gilt es hier noch zu bewachen?

Tur bewahrte in seiner Fotoserie nicht nur den besonderen „Augenblick“ der Umbauten, sondern konstituierte durch das Spiel mit der Bedeutung und Wahrnehmung des öffentlichen Raums das Eigenleben des Baukörpers als einen Ort mit privatem Charakter und Erinnerungen, der Selbstbefragung und Reflektion.