Selbstbildnis, Mischtechnik auf Holz; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 1995; Geschenk des Lions Club Mannheim Rhein-Neckar; © Kunsthalle Mannheim
Iwan Babij · Selbstbildnis
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Martin Eder · Les Nus #0253
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Alexej Iljitsch Baschlakow
Schädelbergdetail

 
Schädelbergdetail, 1972, Acryl und Öl auf textilem Bildträger, Sammlung Kunsthalle Mannheim; Geschenk des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 1981; © Archiv Brusberg, Berlin, Kunsthalle Mannheim
Schädelbergdetail, 1972, Acryl und Öl auf textilem Bildträger, Sammlung Kunsthalle Mannheim; Geschenk des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 1981; © Archiv Brusberg, Berlin, Kunsthalle Mannheim
1936 geboren in Strajizilskaja Slaboda b. Orel, Russland
1945 Übersiedlung nach Deutschland
1954 – 1957 Malerlehre in Hannover
1958 – 1959 Studium Werkkunstschule Hannover bei Gerhard Wendland
1958 Henry Ford Stipendium
1962 längerer Florenzaufenthalt
1967 Villa Massimo Preis und Romaufenthalt
1980 gestorben in Hannover
Während des Zweiten Weltkrieges kam Baschlakow als kleiner Junge von Russland nach Ahlem bei Hannover, wo er, stark vom Kubismus beeinflusst, als freier Maler tätig war. Italienaufenthalte in Florenz und Rom hatten Einfluss auf seine Kompositionen. Relikte der strengen florentiner Renaissancearchitektur, mal ein Fenster oder ein Arkadenbogen, aber auch die perspektivische Darstellung von Kachelfußböden findet man als Motive in seinen sonst abstrakt anmutenden Bildern. Doch auch die italienische Malerei verarbeitete Baschlakow: Das Einfache, Strenge der Frührenaissance spiegelt sich in seinen Kompositionen und Formen. Reisen zu den Ausgrabungsfeldern in Pompeji, nach Paestum und Tarquinia förderten Baschlakows Raumvorstellungen der Vielschichtigkeit, die er zudem im Roman des russischen Dichters BulgakowDer Meister und Margarita fand. (Das wiederentdeckte Buch wurde 1967 zum ersten Mal in Deutschland gedruckt). Die phantastische Geschichte, die drei Erzählebenen ineinander verschränkt, inspirierte den Maler zu einem Zyklus, zu dem das Gemälde Schädelbergdetail, 1972, gehört. Von diesem Bild Schädelbergdetail ausgehend lässt sich nur schwer auf eine Leidensgeschichte schließen. Alle Realitätsbezüge sind in der Komposition aus ineinander verschobenen Farbflächen und Linien getilgt. Einzig der doppelkreuzartigen Gruppierung der ungegenständlichen Formen oder im Rot und Schwarz als Symbolfarben lassen sich Bezüge finden. AD