Claude Monet, Giverny um 1920 (dreiteilig), 1982, Öl auf textilem Bildträger; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 1986; © Friedemann Hahn , Kunsthalle Mannheim
Friedemann Hahn · Claude Monet, Giverny um 1920 (dreiteilig)
13. Juni 2017
Fine and Mellow (sechsteilig), 1987, Öl auf textilem Bildträger; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2000 und 2001; gestiftet von Dr. h.c. Heinrich Vetter, Ilvesheim; © Kuno Gonschior, Kunsthalle Mannheim
Kuno Gonschior · Fine and Mellow (sechsteilig)
13. Juni 2017

Dieter Hacker
Der Atem

 
Der Atem, 1985, Bronze; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 1988; © Dieter Hacker, Kunsthalle Mannheim
Fine and Mellow (sechsteilig), 1987, Öl auf textilem Bildträger; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2000 und 2001; gestiftet von Dr. h.c. Heinrich Vetter, Ilvesheim; © Kuno Gonschior, Kunsthalle Mannheim
1942 geboren in Augsburg
1960 – 1965 Studium Akademie der Bildenden Künste München bei Ernst Geitlinger
1971 Gründung der 7. Produzentengalerie in West-Berlin
1990 – 2007 Professur an der Universität der Künste Berlin

Von 1960 bis 1965 studierte Dieter Hacker an der Akademie der Bildenden Künste in München bei Ernst Geitlinger. Er ist nicht nur Bildhauer, er ist auch Maler, Dichter, Kunsttheoretiker, Bühnenbildner. Er sagt von sich: „Ich bin kein Maler.“ Diese Behauptung versuchte der Künstler immer wieder mit Gemälden zu untermauern, in denen er nach eigenen Auskünften versucht, das Ende der Malerei zu verdeutlichen. Die Frischheit, die sich in seinen Bildern ausdrückt, kommt in seinen Skulpturen nicht weniger lebendig zum Ausdruck. Seine Arbeiten atmen eine ausgesprochene Frische, sie sind geistvoll, gleichzeitig aber auch naiv und spontan. Der Atem ist per se der Ausdruck von Spontanität, von Lebendigkeit und absoluter Jetztzeitigkeit. Gezeigt ist ein mächtiger, fleischiger Kopf, die Augen sind beinahe geschlossen, eine Mischung aus spähendem Schauen und einer Innensicht. Das Spiel von Außen und Innen zieht sich formal und inhaltlich im Kopf weiter. So wird nicht wirklich deutlich, ob der Atem eingezogen oder ausgehaucht wird. Das Gesicht, das durch die Stellung der Hand den Atem auszuhauchen scheint, ist durch die wild nach hinten gelegten Haare auch so gezeigt, als blase ihm der Wind ins Gesicht. Der Atem, Hauch oder Wind des Lebens, scheint gleichsam von außen wie innen zu kommen. Dann die große, fleischige Hand, die rechts neben das Gesicht gestellt ist, den Atem schützend, auffangend oder den Luftzug der Stimme geleitend.

TK