Ferryman, 1997,Bronze, schwarz patiniert; Exemplar 3/3; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2002; erworben zum 25-jährigen Jubiläum des Förderkreises aus Spenden der Mitglieder mit besonderer Unterstützung von Dr. Heinrich Vetter, der Landesbank Baden-Württemberg / Stiftung Landesbank Baden-Württemberg, der Mannheimer Versicherung und der Wilhelm Müller-Stiftung Mannheim; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Tony Cragg · Ferryman
13. Juni 2017
Tannenbaum geht nach New York, 1947, Öl auf textilem Bildträger; Erworben 2004 mit Mitteln der Kulturstiftung der Länder, der Kulturstiftung der Bundesrepublik Deutschland, des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V., der MVV Energie AG, der Landesbank Baden-Württemberg, der Wilhelm Müller-Stiftung, der Heinrich-Vetter-Stiftung, der Fuchs Petrolub AG, der Mannheimer Versicherungs AG, der Inter-Versicherung sowie zahlreicher privater Sponsoren; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Max Beckmann · Tannenbaum geht nach New York
13. Juni 2017

Lawrence Carroll
Untitled

 
Untitled, 1997/98, Öl und Wachs auf textilem Bildträger über Holz, installiert mit Elektrokabel und Glühbirne; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 1999; gestiftet von Stefanie Eisenlohr; © Lawrence Carroll, Courtesy Buchmann Galerie
Untitled, 1997/98, Öl und Wachs auf textilem Bildträger über Holz, installiert mit Elektrokabel und Glühbirne; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 1999; gestiftet von Stefanie Eisenlohr; © Lawrence Carroll, Courtesy Buchmann Galerie
Lebt und arbeitet in Malibu, Kalifornien und Venedig

1954 geboren in Melbourne, Australien.
1972 – 1975 Studium am Moorpark College, Kalifornien
1976 – 1980 Studium am Art Center College of Design, Pasadena
1980 Studium am Otis Art Institute, Los Angeles
Verhalten und zurückhaltend, ein wenig verschlossen schmiegt sich die in den Maßen eher kleine Bildinstallation von Lawrence Carroll in eine Raumecke. Weder Bild noch Skulptur, ein Mittendrin der Kunstgattungen, das mit dem Licht spielt, weil eine nackte Glühbirne mitsamt seinem Kabel von der Decke herabhängt und ein wenig über den leinwandbespannten Holztafeln in Augenhöhe zum Stehen kommt. Unspektaktulär auch zunächst die Malerei: ein warmes, chamoisfarbenes Weiß in den unterschiedlichsten Valeurs. Erst beim genauen Hinsehen wird man der unterschiedlichen Texturwirkung der Leinwände gewahr, bemerkt man, dass sich eine Wachsschicht zwischen Bildträger und Farbschicht schiebt. Die unterschiedliche Faktur und Opazität der Farbe, das Verklammern der untersten und obersten Bildtafel mit einem matten Cremeton wird deutlich. Überhaupt fällt das zusammengesetzte Erscheinungsbild der gesamten Tafeln mit ihren unterschiedlichen Größen, den abgerundeten Bildecken und den rohen Fugen zwischen den Tafeln ins Auge. Alles das ruft den Eindruck von beiläufig Hingestelltem hervor, erinnert an die Nobilitierung kunstunwürdiger Materialien seit den 50er Jahren. Die Farbraummalerei des Abstrakten Expressionismus, die Minimal Art und Shaped-Canvases kommen gleichzeitig in den Sinn, doch diese Kunstströmungen geben keine Wahrnehmungsfolie für die Eckinstallation von Lawrence Carroll ab. Es ist die kühne Gegenüberstellung des elektrischen Lichtes mit der gestischen Farbraummalerei auf dem Bildträger, der die gerade Linie verneint, die in der Eckinstallation das Naturhafte und das Technische zusammensieht. Obschon in den Ausmaßen unter der Körpergröße, besitzen die zusammengefügten Holztafeln einen anthropomorphen Charakter. Die lebendige, Tiefe suggerierende Farboberfläche erscheint wie dünne Haut, die auf ein empfindsames Innenleben zurückweist. Tatsächlich greift der Bildkörper auf die verdeckte Raumecke aus und füllt diesen uneinsichtigen Hohlraum aus, deren Schattenbereich die erhellende elektrische Lampe ausleuchtet. Eine Spur Indischgelb auf der Tafel ist der sparsame Reflex auf die Leuchtröhre der Glühbirne, die emotionale Ausdeutung der Leichtquelle mit Mitteln der Malerei: reine Farbe in einer freien Form.

RL