Der graue Garten III (zweiteilig), 1992, Holz; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 1996; gestiftet von Peter Eisenlohr; © Joanna Przybyla, Kunsthalle Mannheim
Joanna Przybyla · Der graue Garten III (zweiteilig)
14. August 2017
Kappa – 2 x 90° Winkel, 1987, Ulmenholz und Plexiglas; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2001; gestiftet von Dr. h.c. Heinrich Vetter, Ilvesheim; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
Vera Röhm · Kappa – 2 x 90° Winkel
14. August 2017

Auguste Rodin
Porte de l'enfer, 1880-81

 
Porte de l'enfer, 1880-81; Guss 1992, Bronze; Exemplar 2/4; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 1992; Ankauf aus Spenden der Mitglieder mit besonderer Unterstützung von Gasversorgung Süddeutschland GmbH, Stuttgart; Badischer Sparkassen- und Giroverband, Mannheim; ÖVA-Versicherungen, Mannheim; Fuchs Petrolub AG, Mannheim; Gisela und Hermann Freudenberg, Weinheim/Bergstraße; Hans-Joachim Deckert, Köln; © Kunsthalle Mannheim
1840 geboren in Paris
1854 – 1857 Besuch der Ècole Impériale Spéciale de Dessin et de Mathématique bei H. Lecoq de Boisbaudran Rodin versucht dreimal vergeblich an der École des
Beaux-Arts aufgenommen zu werden.
1870- 1872 wird Rodin Schüler von Albert-Ernest Carrier-Belleuse und folgt diesem nach Brüssel. Nach einem Streit um mehr künstlerische Selbstständigkeit verläßt er
Belleuse.
1875-1876 Italienreise, intensive Auseinandersetzung mit Michelangelo
1875/76 Entstehung der Skulptur "Das eherne Zeitalter".
1877 Rückkehr nach Paris. Reise zu den gotischen Kathedralen, Beschäftigung mit der Gotik
1879-1882 Rodin arbeitet in der Porzellanmanufaktur in Sèvres.
1880 Er erhält den Auftrag, ein Portal für das Musée des Arts décoratifs zu gestalten. Für das sogenannte Höllentor wählt er Dantes "Inferno" als Thema.
1883 Begegnung mit Camille Claudel. Sie wurde zunächst seine Schülerin, später seine Geliebte. Trennung 1893.
1886 Rodin erhält den Auftrag für das Denkmal "Die Bürger von Calais".
1900 171 seiner Werke, darunter zum ersten Mal auch das "Höllentor", werden im "Pavillon Rodin" auf der Weltausstellung in Paris ausgestellt.
1907 Bezug des Stadtateliers im Hôtel Biron, das heute das Musée Rodin beherbergt.
1917 gestorben in Meudon

Das Werk des Franzosen Auguste Rodin, das ausschließlich der menschlichen Figur gewidmet ist, war in vielen Aspekten wegweisend für die Entwicklung der Skulptur des 20. Jahrhunderts. Rodins Skulpturen leben von der Aufbrechung der Oberfläche, in deren Höhlungen und Buckeln sich das Licht fängt. Den menschlichen Körper als Spiegel der Gefühle begreifend, übersteigerte er die Formen expressiv, um seelische Empfindungen auszudrücken. Da es ihm um die Konzentration auf das Wesentliche ging, neigte er zum Torsohaften und erhob das Fragmentarische zum ästhetischen Prinzip. Im Bereich des Denkmals, einem der wichtigsten Aufgabengebiete des 19. Jahrhunderts, beschritt er neue Wege, indem er auf den erhöhenden Sockel verzichtete und statt der porträthaften Abbildung des oder der zu Ehrenden zu symbolischen Darstellungen fand. Das Höllentor nimmt im Schaffen des Künstlers eine herausragende Stellung ein. 1880 erhielt er vom französischen Staat den Auftrag, für das geplante Musée des Arts Décoratifs ein Bronzeportal zu schaffen. Obwohl das Museum nicht gebaut wurde, arbeitete Rodin bis zu seinem Lebensende an diesem monumentalen Werk, dessen plastisches Programm durch Dantes Göttliche Komödie sowie durch Dichtungen Baudelaires inspiriert ist und die pessimistische Weltsicht des ausgehenden 19. Jahrhunderts spiegelt. Das erst nach Rodins Tod in Bronze gegossene Tor, eine wahre „Comédie Humaine“, zeigt ein ganzes Universum von Figuren und Szenen, die der Künstler immer wieder aus ihrem Kontext löste und in den unterschiedlichsten Dimensionen zu selbstständigen Werken weiterverarbeitete. Das Höllentor stellt damit nicht nur Rodins Hauptwerk dar, sondern war ihm auch eine ständige Quelle für neue Ideen. Das Bronzeexemplar vom dritten Modell zum Höllentor wurde 1992 anlässlich der Ausstellung „Auguste Rodin – Das Höllentor“ nach einem der drei erhaltenen Gipsmodelle für die Kunsthalle Mannheim gegossen. Es zeigt Rodins Orientierung an Kathedralportalen. Die später ausgeführte Idee der Gliederung in zwei mit Figuren besetzte Flügel, die skulpturale Fassung des Rahmens sowie die zentrale Gestalt des Denkers, der hier anstelle der traditionellen Christusfigur im Tympanon sitzt und über das menschliche Schicksal reflektiert, sind hier bereits skizzenhaft angelegt.

IH