Friedemann Hahn

Claude Monet, Giverny um 1920 (dreiteilig), 1982, Öl auf textilem Bildträger; Leihgabe des Förderkreises für die Kunsthalle Mannheim e.V. seit 1986; © Friedemann Hahn , Kunsthalle Mannheim

Lebt und arbeitet in Brandenberg bei Todtnau/Schwarzwald

1949 geboren  in Singen am Hohentwiel
1970 - 1974 Studium der Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe, Außenstelle Freiburg, bei Prof. Peter Dreher.
1974 - 1976 Stipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes. Atelier in Ratingen. Fortsetzung des Studiums an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler bei K.O. Götz
1979 Villa-Romana-Preis, einjähriger Aufenthalt in Florenz
1984 Förderpreis des Internationalen Preises für Bildende Kunst des Landes Baden-Württemberg
Verschiedene Gastdozenturen in Deutschland
Seit 1991 Professor für Malerei an der Akademie für Bildende Künste der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Das Bild stammt aus einer Reihe von Porträts großer Impressionisten wie Monet, Cézanne und das von Kirk Douglas als van Gogh, die Friedemann Hahn während eines Aufenthaltes 1982/83 in der Villa Massimo gemalt hat. Das Bild arbeitet mit den klassischen Vokabeln eines Altartriptychons. Die Mitteltafel erhebt sich über die beiden Seitentafeln. Auf der zentralen Tafel ist das Porträt Monets gezeigt, der sich mit der großen Palette und Pinsel in der Hand dem Betrachter zuwendet. Die Figur Monets ist sowohl durch ihre Dimension wie auch durch den goldgelben Grund, vor dem sie erscheint, monumental in der Mitte erhöht.
Der strenge Dreiklang der Primärfarben Blau, Gelb und Rot steht in direktem Kontrast sowohl zu der malerisch gehaltenen Figur des Dargestellten wie auch zur inhaltlichen Verbindung desselben mit der aufgelösten Malerei des Impressionismus. Die puren Rechtecke monochromer Farbigkeit erinnern an die Bilder der abstrakten Malerei von Piet Mondrian, Yves Klein und Barnett Newman.
Der Pinselduktus, in dem die Figur Monets gemalt ist, erinnert auf den ersten Blick zwar an den aufgelösten Malstil der Impressionisten, bei genauerer Betrachtung aber sieht man die noch frischere Unbekümmerheit des Farbauftrages, die eher an die Expressionisten denken lässt. Indem Friedemann Hahn die Figur Monets vor einen monochromen Fond stellt, zitiert er indirekt auch schon seine eigenen Bilder der siebziger Jahre, auf denen er Filmidole in berühmten Szenen vor einem plakativ wirkenden, unweigerlich an die Pop-Art erinnernden Hintergrund setzte.
So malt Hahn ein Bild über die Geschichte der Moderne, an deren Anfang er einen Maler stellt, der sich, wenn auch immer an den Gegenstand gebunden, ganz der Farbe verschrieben hat. Auf zahlreichen farblichen und formalen Ebenen wird auf unterschiedliche Aspekte in der Entwicklung der Moderne verwiesen. Dabei verliert der Künstler jedoch nie aus den Augen, ein unverwechselbar eigen-geprägtes Werk zu schaffen, das die Geschichte der verwendeten Mittel vor Augen führt und gleichzeitig die Unvereinbarkeit der einzelnen Epochenstile thematisiert.

TK