Sandra Mann

050300-0223 Oli P. Konzert, aus der Serie "Nightlife",Digitaldruck auf Leinwand; Leihgabe des Förderkreises der Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2003; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
121103-0085 Corry, aus der Serie "Nightlife",Digitaldruck auf Leinwand; Leihgabe des Förderkreises der Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2003; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
071200-0012 Rücken, aus der Serie "Nightlife",Digitaldruck auf Leinwand; Leihgabe des Förderkreises der Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2003; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
091199-0032 Fliegenpilz, aus der Serie "Nightlife",Digitaldruck auf Leinwand; Leihgabe des Förderkreises der Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2003; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
010601-0048 Selbstporträt, aus der Serie "Nightlife",Digitaldruck auf Leinwand; Leihgabe des Förderkreises der Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2003; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013
091000-0005 VIP, aus der Serie "Nightlife",Digitaldruck auf Leinwand; Leihgabe des Förderkreises der Kunsthalle Mannheim e.V. seit 2003; © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

1970 geboren in Groß-Gerau
1991 Studium der Kunstgeschichte an der
Johann-Wolfgang-Goethe-Universität, Frankfurt am Main
1992 Studium der Visuellen Kommunikation an der Hochschule für Gestaltung Offenbach,
2003 Diplom Visuelle Kommunikation, FB freie Gestaltung, bildende Kunst

Die 6 Fotografien aus Sandra Manns Serie „Night Life“ vermitteln einen sehr persönlichen Blick in die Welt der Clubs und Bars, der Party- und Musikszene. Amüsant, intim, direkt zeigen sie Menschen ihrer Generation in unterschiedlichen Facetten des Nachtlebens: Momentaufnahmen des Erlebens, die die Teilnehmer des nächtlichen Treibens fokussieren - Girlies, Fans, Musiker, Raver, DJ’s, Nachtschwärmer, die Protagonisten und Konsumenten des nightlifes der Großstadt, in dem Sandra Mann zuweilen selbst eine Rolle übernimmt, sie selbst Teil der Realität wird, die sie mit dem Sucher ihrer Kamera wie „Schnappschüsse“ festzuhalten scheint. Eine subjektive, dokumentarische Sicht ohne Distanz zu ihrem Objekt, wie sie von Henri Cartier-Bresson (1908-2004) bis zu Nan Goldin (geb. 1953) die Rolle der Fotografie geprägt hat, versucht sie zu erhaschen: Im richtigen Augenblick den Auslöser zu drücken, um das wesentliche einer Situation, den spontanen Ausdruck, eine Direktheit, die auch vor intimen Momenten nicht zurückschreckt, in einem einzigen Foto einzufangen und zu bewahren.


Erstaunlich ist, dass Mann im digitalen Zeitalter auf die analoge Aufnahmetechnik zurückgreift. Die Kleinbild-Kompaktkamera mit integriertem Blitz und der absichtsvolle Verzicht auf zusätzliches Kunstlicht erlauben ihr an ihren Schauplätzen, den dunklen Clubs und Konzerthallen, zu fotografieren, und bewirken die milchige Oberfläche oder dunklen Farbtöne. Eingebunden in den Reproduzierzyklus der analogen Fotografie arbeitet sie der schnellen Konsumier- und Verfügbarkeit der Digitalaufnahmen entgegen. Die Nummerierungen im Titel beziehen sich jeweils auf das Datum des fixierten Ereignisses und verstärken den Eindruck, Dokumente des „Hier und Jetzt“ zu sein. Der Einzelne als Teil einer Gruppe und Generation, der sich über sein Auftreten, sein Äußeres, den Konsum von Kleidung, Musik, Drogen definiert, sich durch Tattoos und Piercings „selbstsymbolisiert“, sich in seiner Individualität zugleich zum Typus stilisiert - die Aufnahmen spiegeln das Gefühl einer Jugendkultur wider, das in Bilder übersetzt, für die „Ewigkeit“ auf Leinwände konserviert ist.