Your address will show here +12 34 56 78
SUSA TEMPLIN

Los 13: LANDSCAPING/TOYTREE #8, Ed. 6/6, 2001, Analoger Fotografieabzug

LANDSCAPING/TOYTREE #8

Ed. 6/6, 2001, Analoger Fotografieabzug

Drei Fragen an ...

SUSA TEMPLIN

In der Kunsthalle in Mannheim bildete Ihre Arbeit eine raumgreifende Installation, die auf analogen Fotografien basiert. Können Sie den Entstehungsprozess Ihrer Werke beschreiben?

  • Die Arbeit Landscaping entstand in New York, wo ich von 1996-2005 gelebt habe. In New York habe ich mich mit urbanen Strukturen beschäftigt und in meinen Arbeiten untersucht, wie die massive Stadtarchitektur und der beengte Raum sich auf die Bewohner und deren Wunsch nach „Freiheit“, zumindest „Bewegungsfreiheit“ auswirkt. Dazu habe ich Collagen gemacht und Modelle gebaut, in denen ich dann wieder fotografiert habe. Über die Vergrösserung ( ein kleines Modell wirkt hochvergrössert wie ein riesiger realer Raum) habe ich so „new realities“ entwickelt. Der Central-Park war Ausgang meines Nachdenkens über „Natur“ und „Landscaft“ und wie wir Städter Beides idealisieren und romantisieren. Die Landschaft, die wir uns so schön und weich und natürlich denken, dass sie zum Sehnsuchtort der Großstädter wird. Durch alle Jahrhunderte. Diese Idealisierung und Romantisierung von Landschaft in unserer Kultur zu hinterfragen, war mein Ansinnen. In meinem Atelier habe ich eine Minatur-Landschaft auf der Fensterbank „angelegt“, aus grünen Plastikschwämmen, Modellbau-Bäumchen und Gräsern und Stöckchen aus dem Central Park. Alles ca. 10 cm hoch und 1 Meter lang. Im Gegenlicht habe ich in dieser „Landscaft“ fotografiert, um dann die Fotografien hochauflösend zu scannen, als langes Band von 15 Metern zusammen zusetzen und als „landscaping“ in Form von begehbaren Leuchtkörpern in einem Innenraum ( der Kunsthalle Mannheim) zu installieren.

Wie haben Sie sich für die analoge Fotografie entschieden?

  • Das war im Grunde garkeine Eintscheidung, sondern für mich so etwas wie eine „Notwendigkeit“: ich wollte immer Bilder machen. Und ich wollte mich immer mit realen Räumen auseinandersetzen, gebauter Dreidimensionalität. Malen war mir auf einen Art „zu offen“, und mich interessiert es auch, Dinge, Themen, Fragestellungen „zu übersetzen“ und mir zu überlegen wie ich diese technisch und räumlich umsetze. Im Fotolabor habe ich schon vor dem Studium an der Städelschule Frankfurt an meinen Abzügen gebastelt. Und daraus entstand eine für mich immer weiter spannende Auseinandersetzung mit Farb-Fotografie, was sie kann, was sie noch nicht kann. Das handwerkliche Erzeugen, also quasi das „Konstruieren“ von Bildern und Farben im analogen Fotolabor macht es für mich interessant: es ist ein Prozesshaftes Arbeiten.

Worin finden Sie Ihre Inspiration und wie wählen Sie Ihre Motive aus?

  • Meine Inspiration ist mein Leben und die Räume, die mich umgeben. Ich analysiere und abstrahiere sie in Zeichnungen und Texten und daraus entstehen Abstraktionen und Vorstellungen und von farbigen bildnerischen Umsetzungen, die in raumgreifende Installationen münden. Aber der Ausgangspunkt ist immer der Raum um mich. So wie die Idee von „Landscaping“ aus der Enge und „Gebautheit“ in New York entsprung. Oder meine aktuelle Werkgruppe „Spatial Abstractions“ für das Museum für konkrete Kunst in Ingolstadt, die sich mit den Zimmern beschäftigt, in denen ich gelebt habe und diese Bilder dann als transparent durchscheinendes Labyrinth wie eine „Erinnerung“ im Raum schweben lässt. Wie ich meine Motive auswähle? Die Motive müssen immer „Sinn“ für die Übersetzung des Gedankens machen. Die Bilder folgen dem Gedanken ;-).
SUSA TEMPLIN

Die Künstlerin


* 1965 in Hamburg lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und Berlin. Susa Templin studierte an der Hochschule der Künste in Berlin und der Städelschule in Frankfurt, darüber hinaus war sie Dozentin an der Bergen National Academy of Arts in Norwegen. Ihre Werke sind Teil zahlreicher Einzel- und Gruppenausstellungen gewesen und in öffentlichen Sammlungen von Museen wie der Kunsthalle Mannheim, dem Museum Folgwang in Essen und der Berlinischen Galerie.

Ihre Werke

Susa Templin arbeitet mit analoger Fotografie und Installationen. Diese sind dreidimensionale Raummodelle, die auf ihren im eigenen Labor bearbeiteten analogen Fotografien basieren. Es sind Fragmente des täglichen Lebens, der Alltagserfahrung oder auch der Sehnsucht, die als Motive in ihren künstlerischen Prozess einfließen und zum Raumfragment ihrer Arbeiten werden. Für sie ist die Fotografie keine bloße Dokumentation, sondern sie schafft durch die Auseinandersetzung mit dem Medium eine Möglichkeit für sich neue Atmosphären und Orte zu kreieren.